Am Freitag den 1. Dezember 2023 haben wir (A21) des Deutsch-Leistungskurses der EWS Bremen uns mit unserer Tutorin um 18.15 Uhr Foyer des Bremer Theaters ,,Kleines Haus" getroffen, um uns gemeinsam die aktuelle Inszenierung des bürgerlichen Trauerspiels ,,Emilia Galotti" von Grottfried Ephraim Lessing anzusehen. Der Zeitpunkt hätte nicht besser passen können, da wir uns aktuell in der Q2.1 im Rahmen der Abiturvorbereitung mit diesem Werk beschäftigen.
Noch vor dem eigentlichen Start der Aufführung hat es im Foyer des Theaters eine Stückeinführung gegeben. Viele Besucher sind bereits vor Ort gewesen, um sich einen Überblick und den Hintergedanken der Inszenierung zu beschaffen. So haben auch wir uns diese Möglichkeit nicht entgehen lassen, was dem Verständnis der Idee der Inszenierung auf jeden Fall entgegengekommen ist. Zum Beispiel auch der Erläuterung drüber, weshalb die Titelfigur des Werkes ,,Emilia Galotti" selbst gar nicht inszeniert worden ist. Da es in diesem bürgerlichen Trauerspiel primär um machtgesteuerte Intrigen des Adels geht und die Hauptfigur selbst nur wenig zu Wort kommt, wurde ihre Rolle durch Leerstellen ersetzt, die den Zuschauern die dargestellte Dramatik nur näher gebracht hat.
Die eigentliche Vorstellung hat um 19 Uhr begonnen. Kurz nachdem wir unsere Plätze im ausverkauften Theater eingenommen haben, begann die Vorstellung in dem die fünf Schauspieler/-innen unter einem großen weißen Schleier der Unschuld mit der Inszenierung des ersten Aktes begonnen haben. Auch, wenn nicht das gesamte Werk Lessings vorgestellt worden ist, wurden doch wesentliche Szenen des Dramas vorgestellt. Die weiblichen und männlichen Schauspieler haben ihre Rollen dem eigenen Geschlecht neutral verteilt gut und emotional geschauspielert. Auch wurden die bestehenden Konflikte gut verständlich und betont dargestellt.
Nachdem der Schleier der Unschuld am Ende des 2. Aktes im Boden der Bühne versunken ist, hat sich der Konflikt weiter zugespitzt und das Trauerspiel ging in schnellen Schritten mit dem Wesentlichen voran. Auch der musikalisch hinterlegte Klangteppich hat der ansteigenden Dramatik beigetragen.
Zum Ende des 5. Aktes hat sich der Boden der Bühne unter Nebelschwaden geöffnet, was metaphorisch für den Tod bzw. das Grab Emilias gestanden haben könnte. Die fünf Schauspieler/-innen standen hinter dem sich öffnenden Boden in einer Reihe, als würden sie die gemeinsame Schuld an dem tragischen Ende Emilias symbolisieren.
Nach dem fünften Akt bzw. nach dem eigentlichen Ende des Trauerspiels in fünf Akten beendete ein übertragener Monolog die Aufführung. In diesem Monolog erhielt Emilia Galotti, abweichend von dem eigentlichen Werk, die Chance, sich ihrer Geschichte zu äußern und ihr tragisches Ende bedingt durch die Machtspiele ihrer Herrscher zu erläutern. Einer bürgerlichen Frau, dessen Leben endet, bevor sie beginnen konnte zu leben. "Eine Rose gebrochen, ehe der Sturm sie entblättert" - Emilia Galotti
Nach der Aufführung haben wir uns noch einmal mit unserer Tutorin zusammengesetzt und uns über unsere Eindrücke ausgetauscht.
Alles in allem war es eine schöne Aufführung, die sich gut in unseren aktuelles Leistungskursthema eingefügt hat.
(André Dömer)