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Lesung - Nachts ist es leise in Teheran (Shida Bazyar)

Ein Bericht des Deutsch Leistungskurses

Im Rahmen unserer Thematik ,,Erzählte Identität" im Leistungskurs Deutsch, haben wir den Roman ,,Nachts ist es leise in Teheran" von Shida Bazyar gelesen und damit gearbeitet. Somit hat es sich angeboten, eine Lesung des Buches am 19. Juni 2023 im Kleinen Haus des Theater Bremen zu besuchen. Das Buch erzählt die Geschichte einer iranischen Familie, die aus ihrem Land nach Deutschland ins Exil geflüchtet ist.

Gegen 19.30 Uhr haben wir uns zusammen mit unserer Tutorin vor dem Eingang des Kleinen Haus getroffen und mit dem ein oder anderen kühlen Getränk der Sonne getrotzt, bis es gegen 20 Uhr losging und wir kurz vorher unsere Plätze einnehmen durften. Wegen unserer Plätze in der ersten Reihe, hatte wir eine sehr gute Sicht auf die Bühne und die vier Leserinnen waren klar und deutlich zu verstehen.

Die Lesung hat pünktlich um 20 Uhr unvermittelt begonnen und das Publikum wurde durch eine schöne Auswahl verschiedener Abschnitte der Kapitel ,,Behsad", ,,Nahid", ,,Laleh" und ,,Mo" des Romans geführt. Durch den dynamischen und verständlichen Lesestil hat man der Lesung gut folgen und nochmal eine andere Wahrnehmung der erzählten Identitäten bekommen können. Gut gefallen hat uns ebenfalls, dass die Leserinnen sich häufig abgewechselt haben und so beispielsweise ein innerer Monolog von einer wörtlichen Rede oder auktorialen Erzählung klar zu unterscheiden war. Lediglich die Präsentation hätte etwas ,,lebendiger" gestaltet werden können. So wurden während der Lesung auf einer Leinwand hinter den Leserinnen lediglich die jeweiligen Kapitel eingeblendet. Auch die Interaktionen mit dem Publikum hätten etwas lebhafter gestaltet werden können. Alles in allem war es aber eine schöne und emotionale Veranstaltung vor einem fast ausverkauften Haus.

Ausgeklungen ist die Lesung mit einem Brief an eine, nach ihrer Verhaftung verstorbenen, Iranerin und einem Song eines Iraners, welche beide auf die aktuelle problematische Lage, die Gewalt und Unterdrückung an Frauen im Iran aufmerksam gemacht haben. Beides wurde auf der großen Leinwand im Hintergrund ausgestrahlt.

Am Ende betrat eine Iranerin die Bühne, welche in einem sehr ergreifenden und emotionalen Vortrag über die grausame Situation im Iran aufmerksam gemacht hat. Die Gewalt an Frauen, Kindern und sämtlichen, die sich gegen das Regime aufstellen. Zusammen mit ihrer Initiative ,,Bremen For Iran" möchte sie darauf aufmerksam machen und bittet darum, all denen, die sich gegen das Regime aufstellen, ihre Aufmerksamkeit zu schenken, ihre Ziele in die Welt zu tragen und sie damit zu unterstützen die dort herrschende Gewalt zu beenden. Alles unter dem Motto ,,Frau, Leben Freiheit".

Gegen 21.30 Uhr war die Veranstaltung zu Ende und wir haben uns vor dem Eingang noch eine Weile über die zum Einen schöne Lesung und zum Anderen bedrückenden Geschehnisse im Iran ausgetauscht. Lediglich eine Einleitung der Lesung, sowie ein paar freie Worte und Interaktion seitens der Leserinnen an das Publikum haben uns gefehlt.

Aufgrund der immer noch aktuellen Lage im Iran, erschien diese Veranstaltung nicht wie eine gewöhnliche Lesung, sondern vielmehr wie eine bedeutsame Aufklärung der grausamen Umstände im Iran mit literarischem Kontext.

(Briman Ramadan und André Dömer, Fotos: Johannes Krämer und Tobias Seiffert)